Freitag, 28. März 2014

„Herausragendes Engagement für Schmerzpatienten“

„Herausragendes Engagement für Schmerzpatienten“ 

Dr. Gerhard Müller-Schwefe erhält EHRENPREIS der Deutschen Schmerzliga 

Frankfurt, 21. März 2014 – Dr. Gerhard H. H. Müller-Schwefe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) und einer der Vizepräsidenten der Patientenorganisation Deutsche Schmerzliga e.V. (DSL), wurde heute mit dem ersten EHRENPREIS der Deutschen Schmerzliga für sein Engagement in der Schmerzmedizin ausgezeichnet. Privatdozent Dr. Michael A. Überall, Präsident der Deutschen Schmerzliga, überreichte den Preis im Rahmen des Deutschen Schmerz- und Palliativtages 2014 in Frankfurt am Main. 

„Dr. Müller-Schwefe engagiert sich seit fast 30 Jahren unermüdlich für chronisch schmerzkranke Menschen – in seinem Schmerzzentrum in Göppingen, auf politischer Ebene und in der Arbeit für die DGS und die Deutsche Schmerzliga“, erklärt Privatdozent Dr. Michael A. Überall in seiner Laudatio. „Daher erhält er heute den erstmals verliehenen EHRENPREIS der Deutschen Schmerzliga.“

Müller-Schwefe ist seit 1997 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin, die sich für ein besseres Verständnis und für bessere Diagnostik und Therapie des chronischen Schmerzes einsetzt – durch Fortbildungen und durch politisches Engagement. Außerdem leitet Müller-Schwefe seit 1985 das Schmerz- und Palliativzentrum Göppingen und engagiert sich seit 1993 auch in der Patientenorganisation Deutsche Schmerzliga.

Mit dem EHRENPREIS der Deutschen Schmerzliga sollen auch künftig Menschen und Organisationen ausgezeichnet werden, die sich im Besonderen um die Bedürfnisse chronisch schmerzkranker Menschen verdient gemacht haben.

Weitere Informationen unter www.schmerz-und-palliativtag.de

Deutsche Schmerzliga e.V. (DSL) 
Die Deutsche Schmerzliga wurde 1990 in Frankfurt als gemeinnütziger Verein mit dem Ziel gegründet, die Lebensqualität von Menschen mit chronischen Schmerzen zu verbessern. Zum Verein gehören inzwischen mehr al 5.000 Mitglieder und über 100 regionale Selbsthilfegruppen. Die Schmerzliga vermittelt Informationen über die Möglichkeiten der modernen Schmerzmedizin, über spezialisierte Therapeuten und macht sich stark für das Recht der Patienten auf eine kompetente Behandlung. Sowohl bei den politisch Verantwortlichen als auch in der Öffentlichkeit wirbt die Deutsche Schmerzliga um Verständnis für die Probleme von Menschen mit chronischen Schmerzen.

Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS)
Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) ist mit mehr als 4.000 Mitgliedern die größte europäische Fachgesellschaft, die sich für ein besseres Verständnis und für bessere Diagnostik und Therapie des chronischen Schmerzes einsetzt. Sie ist bundesweit in mehr als 120 regionalen Schmerzzentren organisiert, in denen interdisziplinäre Schmerzkonferenzen veranstaltet werden. Oberstes Ziel der DGS ist die Verbesserung der Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzen. Dies kann nur durch die Etablierung der Algesiologie in der Medizin erreicht werden. Dazu gehört die Qualitätssicherung in der Schmerzmedizin durch die Etablierung von Therapiestandards sowie die Verbesserung der Aus-, Fort- und Weiterbildung auf den Gebieten der Schmerzdiagnostik und Schmerztherapie für Ärzte aller Fachrichtungen. Die DGS gibt den Schmerztherapieführer heraus, in dem alle Mitglieder aufgelistet sind. Gemeinsam mit der Deutschen Schmerzliga e.V. organisiert die DGS den jährlich stattfindenden Deutschen Schmerz- und Palliativtag in Frankfurt/Main.

Mittwoch, 12. März 2014

25. Schmerz- und Palliativtag in Frankfurt am 19.03.2014

Auch in diesem Jahr nimmt die Deutsche Schmerzliga e.V. am 25. Schmerz- und Palliativtag im Congress Center Messe Frankfurt als Mitveranstalter teil. Im Mittelpunkt stehen insbesondere praxisnahe und patienten-/bedürfnisorientierte Versorgungs- und Behandlungsmöglichkeiten.

Montag, 21. Oktober 2013

»Unser Gesundheitssystem ist ein Nocebo für Schmerzpatienten«

Erfahrungen, die Patienten mit Therapien machen, und Erwartungen, die Patienten an ihre Ärzte und Therapien haben, beeinflussen Behandlungsergebnisse in einem stärkeren Ausmaß als Ärzte bislang angenommen haben – im positiven wie im negativen Sinn. Auswirkungen hat dies insbesondere bei Patienten mit chronischen Schmerzen. »Die geringe Zuwendung, die diese Patienten in unserem Gesundheitswesen erhalten, sowie die Vielzahl vergeblicher Behandlungsversuche wirken als Nocebo und spielen bei der Chronifizierung von Schmerzen eine Rolle«, erklärt Dr. Gerhard H. H. Müller-Schwefe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie e.V. und Vizepräsident der Deutschen Schmerzliga e.V. bei den Südwestdeutschen Schmerztagen am 19. Oktober in Göppingen.

Eine positive Erwartung kann heilen und aus einem Wirkstoff-freien Scheinmedikament (Placebo) eine heilsame Arznei machen. Eine negative Erwartung kann dazu führen, dass ein wirksames Schmerzmittel nicht besser hilft als eine Zuckerpille (Nocebo-Effekt). »Erfahrungen, Erwartungen und Lernprozesse von Patienten beeinflussen jedes Therapie-Ergebnis«, resümmierte Professor Ulrike Bingel von der Universitätsklinik Essen ihre Forschungsergebnisse bei den Südwestdeutschen Schmerztagen am vergangenen Wochenende. »Placebo- und Nocebo-Effekte haben«, so die Neurologin und Schmerzforscherin weiter, »ganz eindeutig ein neurobiologisches Korrelat.« Eine positive Erwartungshaltung aktiviert beispielsweise die körpereigene Schmerzhemmung und negative Erfahrungen und Erwartungen können Schmerzen verstärken und so die Wirksamkeit einer Behandlung schwächen. Darum sei eine gute Kommunikation zwischen Arzt und Patient und schnelle Strategiewechsel nach vergeblichen Therapieversuchen wichtig, um Nocebo-Effekte zu vermeiden, betonte Professor Bingel.
»Schmerzpatienten machen in unserem Gesundheitssystem jedoch andere Erfahrungen«, kritisiert Dr. Müller-Schwefe. »Eine systembedingte sprachlose Drei-Minuten-Medizin und Monotherapien wirken bei Schmerzpatienten als Nocebo und gehören sicherlich zu den Hauptgründen fortschreitender Chronifizierungsprozesse.« Eine hochkomplexe Erkrankung wie die Schmerzkrankheit bedarf einer komplexen Diagnostik und Therapie. Das belegt inzwischen eine Fülle von Forschungsergebnissen. So genannte multimodale Therapien, bei denen verschiedene medizinische und psychologische Strategien mit Bewegungstherapien kombiniert werden, sind Monotherapien überlegen, wie die Experten in Göppingen betonten.

Doch Spezialisten und Zentren, die solche Therapien anbieten, sind in Deutschland noch immer Mangelware: »Weder diese Spezialisten noch solche Zentren sind im System vorgesehen«, kritisiert Müller-Schwefe. »Damit sich die Versorgung der Patienten an deren Bedarf und nicht an falschen gesundheits- und standespolitischen Rahmenbedingungen orientiert, brauchen wir den Facharzt für Schmerzmedizin.«

Mehr Informationen zu diesen Themen gibt es in einem Interview mit Dr. Müller-Schwefe.
Dieses finden Sie unter: http://www.schmerztag.org/Schmerztag_2013/presse.htm

Freitag, 19. Juli 2013

Gemeinsam neue Wege gehen

Im Rahmen der Schmerzoffensive Deutschland stellt die Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie e.V. (DGS) und die Deutsche Schmerzliga e.V. (DSL) ihre ersten DGS-PraxisLeitlinien seit November 2012 online zur Verfügung.

Nutzen Sie Ihre Stellung als „Patient auf Augenhöhe“ mit dem Arzt und informieren Sie sich auf der Homepage der DGS-PraxisLeitlinien über vieles Wichtige und Nützliche.

Sie haben z.B. die Möglichkeit sich an der Kommentierung und Konsentierung von DGS-PraxisLeitlinien gleichberechtigt mit Ärzten zu beteiligen, indem Sie zu jeder Aussage / Empfehlung eigene Kommentare hinzufügen können und im Anschluss daran die Bewertung der überarbeiteten PraxisLeitlinie mit den Fachkreisen gemeinsam vornehmen.

Außerdem steht Ihnen eine Online-Datenbank vieler in Deutschland schmerzmedizinisch genutzen Wirkstoffe und Fertigarzneimittel zur Verfügung.

Das Programm „wächst“ ständig mit immer neuen und wichtigen Informationen wie z.B. Arzneimittel- Wirkstoffbewertung, Downloads oder Praxisfragebögen.

DGS und DSL haben gemeinsam den ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht, PraxisLeitlinien für eine patientenorientierte humane Schmerzmedizin zu erstellen. Jetzt liegt es an Ihnen, diese Entwicklung weiter voran zu bringen, die im Alltag Behandlungsspielräume und –perspektiven öffnet, und Betroffenen das wieder zurück kommen ins Leben ermöglicht.

Dienstag, 12. März 2013

Neue Nachrichten vom Deutschen Schmerz- und Palliativtag

Mehr als 2000 Teilnehmer kamen letzte Woche nach Frankfurt
Über 2000 Ärzte, Wissenschaftler, Patienten, Psychologen und Angehörige der Heilberufe trafen sich in der vergangenen Woche zum 24. Mal auf dem Deutschen Schmerz- und Palliativtag in Frankfurt/Main. Veranstalter des Kongresses sind die Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie und die Deutsche Schmerzliga. Fokusthema der Tagung war "Schmerz und Alter". Ältere Menschen leiden häufiger unter chronischen Schmerzen, erhalten aber seltener eine gute Schmerztherapie. Dies belegt eine Vielzahl von Studien. „Wir müssen der Unterversorgung der Patienten endlich ein Ende bereiten und Schmerzmedizin breit verfügbar machen“, formuliert Tagungspräsident Dr. Gerhard H. H. Müller-Schwefe eine zentrale Forderung der Experten. Alle aktuellen Nachrichten vom Kongress finden Sie im Pressebereich auf dieser Website. http://schmerzliga.de

Dienstag, 15. Januar 2013

Und wie gehen Sie mit Ihren Rückenschmerzen um?

TeilnehmerInnen für Fragebogenstudie gesucht!

Wissenschaftliche Studien konnten bereits zeigen, dass der Umgang mit Schmerzen den Schmerzverlauf stark beeinflusst. Wie unterschiedlich dieser Umgang aussehen kann, wollen wir im Rahmen einer Fragebogenstudie an Rückenschmerzpatienten untersuchen.

Haben Sie seit mehr als 3 Monaten Rückenschmerzen und möchten Sie die Erforschung chronischer Schmerzen unterstützen? Dann machen Sie doch bei unserer Online-Fragebogenstudie mit. Die Fragen nehmen ca. eine Stunde in Anspruch und können bequem von Ihrem Computer zuhause ausgefüllt werden. Als kleines Dankeschön können Sie an einer Verlosung von „Amazon-Gutscheinen“ im Wert von 20 € teilnehmen.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie sich eine Stunde Zeit für die Beantwortung der Fragen nehmen würden und die Erforschung chronischer Schmerzen mit unterstützen!

Zu den Fragen gelangen Sie unter folgendem Link:
http://www.unipark.de/uc/mr_uni_marburg_psychologie_ls/8f69/

Teilnahmevoraussetzung: Rückenschmerzen seit mehr als drei Monaten

Projektleitung: 
Dipl.-Psych. Jenny Riecke und Dr. Julia Anna Glombiewski
AG Klinische Psychologie und Psychotherapie
 Philipps-Universität Marburg

Bei Fragen können Sie sich gern an uns wenden: 06421 2822837
oder unter rieckej@staff.uni-marburg.de

Donnerstag, 1. November 2012

Quo vadis Deutsche Schmerzgesellschaft e.V.?

Mit großer Bestürzung mussten die Vertreter der Deutschen Schmerzliga (DSL) e.V. erfahren, dass sich die Mitgliederversammlung der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. – ihres neuen Kooperationspartners – am 17.10.2012 in Mannheim mit großer Mehrheit gegen die gemeinsam seit Jahren von der Deutschen Schmerzliga, der Deutschen Gesellschaf für Schmerztherapie (DGS) e.V. und dem Berufsverband der Schmerztherapeuten Deutschlands (BVSD) vorangetriebene Forderung nach einem Facharzt für Schmerzmedizin ausgesprochen hat.

Dem Beschluss vorausgegangen war ein im Vorfeld der Mitgliederversammlung der Deutschen Schmerzgesellschaft frist- und satzungsgerecht eingereichter Antrag des DGS-Vorstandsmitglieds Dr. Emrich sowie eine hochemotionale Diskussion  an deren traurigem Ende die Patientenvertreter der Deutschen Schmerzliga fassungslos miterleben mussten, dass die gemeinsamen Bemühungen zur Verbesserung der schmerzmedizinischen Versorgung chronischer Schmerzpatienten in Deutschland von den Mitgliedern der Deutschen Schmerzgesellschaft – gegen die ausdrückliche Empfehlung des eigenen Vorstandes – keine Mehrheit fanden.

„Mit diesem Mehrheitsvotum haben die Mitglieder der Deutschen Schmerzgesellschaft dem Anliegen chronischer Schmerzpatienten einen Bärendienst erwiesen“ konstatiert der Präsident der Deutschen Schmerzliga Dr. Michael Überall frustriert. „Damit wurden uns und all unseren Bemühungen um eine gemeinsame Position bzgl. dieses Uranliegen niedergelassenen Schmerztherapeuten und chronischer Schmerzpatienten der Boden unter den Füßen weggezogen. Wir sind von dieser Entwicklung überrascht worden und müssen nun zusammen mit dem Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie diskutieren, wie wir weiter machen“, fasst Vizepräsident Harry Kletzko dieses Ergebnis der Mitgliederversammlung der Deutschen Schmerzgesellschaft zusammen. „Klar ist, dass wir jetzt nicht einfach da weiter machen können, wo wir zuletzt standen“ schließt Überall. „Letztlich wurde mit diesem Mitgliederbeschluss ja auch die jahrelange Arbeit des bisherigen Vorstandes der Deutschen Schmerzgesellschaft in Frage gestellt.“

„Jetzt muss der Vorstand der Deutschen Schmerzgesellschaft aus meiner Sicht nun erst einmal klären, welche Position er in Zukunft vertreten will“, erläutert Überall dem Vorstand der Deutschen Schmerzliga die aktuelle Situation. Hier ist jetzt dringende Aufklärung seitens der Deutschen Schmerzgesellschaft zu leisten, was letztlich Anlass für diese überraschende Ablehnung des Antrags für ihre Mitgliederversammlung war.

Noch am Abend beschlossen die Präsidenten der Deutschen Schmerzliga und der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie, sich auch von diesem neuen Hindernis nicht von ihrem eingeschlagenen Weg abbringen zu lassen. „Wir brauchen dringend einen Facharzt für Schmerzmedizin, wenn wir die gesundheitspolitischen Grundprobleme der unzureichenden Versorgung von Schmerzpatienten in Deutschland lösen wollen“ schließt Dr. Müller-Schwefe und Dr. Überall ergänzt, dass „die Deutsche Schmerzliga auch weiterhin gemeinsam mit allen ernsthaft an einer Verbesserung der schmerzmedizinischen Versorgung in Deutschland interessierten Fachgesellschaften zusammen arbeiten wird, diese müssten jedoch eindeutig und zweifelsfrei Position beziehen und Stellung nehmen, wie sie gedenken die Bedürfnisse Betroffener nachhaltig zu verbessern“. Bleibt abzuwarten, wie sich die Deutsche Schmerzgesellschaft dazu äußert.